Hinweise zu Fragen der Sprache

Das einzige Führungsinstrument, das wir haben

Man kann es drehen und wenden wie man möchte. Die Sprache ist das einzige Instrument, das wir zum Lösen von Aufgaben, Problemen, zum Managen und Führen haben. Gleichzeitig ist sie unser größtes Problem. Denn Worte und Sätze sind nur die Platzhalter für das, was wir mit ihnen meinen. Wir können Signale und Daten versenden und empfangen, aber nicht die Erkenntnisse, die wir mit ihnen erzielen und gewinnen wollen.

 

Die Basis jeder sinnvollen Ordnung und jeder produktiven Organisation ist eine gemeinsame Sprache, die jede beteiligte Seite spricht und versteht, eine einheitliche Codierung und Decodierung ihrer Begriffe und Zeichen sowie die Wahl möglichst präziser und differenzierter Ausdrücke. Das gilt unter Menschen, in ihren Beziehungen und Organisationen, für Computer und digitale Systeme und ganz besonders in Fragen hoher Komplexität.

 

Leider ist es im Management bis heute nicht selbstverständlich, so streng auf einen sorgfältigen Umgang mit Sprache zu achten, wie es in jeder anspruchsvollen Disziplin und ihrer Fachsprache üblich ist. Maria Pruckner hält das für den wichtigsten Grund, weshalb gerade in jenem Berufsstand, der die meisten Innovationen hervorbringen sollte, die wenigsten hervorgebracht werden. Die babylonische Sprachverwirrung, die im Management herrscht, hält nicht nur sprichwörtlich sondern auch neurologisch kein Gehirn aus.

 

Sie hält es auch für eine große Illusion, dass internationale Konzerne an der richtigen Stelle sparen, wenn sie Englisch oder eine andere Sprache als offizielle Verkehrssprache einsetzen. In einer Fremdsprache kann jeder nur sagen, was er ausdrücken kann und Vokabel nur so weit richtig interpretieren, soweit er alle ihrer oft vielfachen Bedeutungen kennt.

 

Es gibt den Beruf des Dolmetschers und es gibt die Möglichkeit, Meetings sorgfältig schriftlich vorzubereiten und professionell in die erforderlichen Muttersprachen übersetzen zu lassen. Das bringt letztlich sicher weniger Aufwand, Stress und mehr Erfolg.

 

Allein schon in einer gemeinsamen Muttersprachen liegen viele Gründe, weshalb Menschen einander nicht verstehen. Gäbe es diese Gründe nicht, hätten wir längst digitale Simultanübersetzer, auf deren Output wir uns verlassen können. Gäbe es diese nicht, bräuchte man auch für die Robotik und Künstlichen Intelligenz keine Linguisten...

Die Sprachpolitik von Maria Pruckner

Maria Pruckner arbeitet mit universell gültigen Inhalten, hat also zum Beispiel keinen Grund, zwischen Männern und Frauen zu unterscheiden. Ihre Inhalte beziehen sich auf Menschen an sich. Da der Mensch in der deutschen Sprache mit dem männlichen Artikel versehen ist, formuliert sie der besseren Lesbarkeit prinzipiell männlich, meint damit aber nicht den Mann, sondern den Menschen.

 

Ihre Klinikjahre hat Maria Pruckner in einem multikulturellen Umfeld verbracht und die Probleme durch das mangelhafte Beherrschen von Fremdsprachen als nicht gerade seltene Quelle von Fehlern mit dramatischen bis tödlichen Folgen kennengelernt. Sie selbst hat ursprünglich von Nativespeakern Englisch gelernt und sehr gut gesprochen. Aber Hand aufs Herz: Ein gutes Englisch oder Amerikanisch beherrscht nur, wer sich lange und oft genug mit vielen verschiedenen Nativespeakern verständigt. Das Englisch, wie es in multikulturellen Teams entsteht, ist weder ein Entglisch noch ein Amerikanisch. Es ist das, was man dafür hält.

 

Maria Pruckner hat sich Anfang der 1990er-Jahre aufgrund kritischer Ereignisse und später aufgrund der bitteren Erfahrung ihrer Lehrer mit der Übersetzung deren Literatur und aus vielen anderen kybernetischen Gründen dafür entschieden, ausschließlich in ihrer Muttersprache Deutsch zu arbeiten. Für ihre Arbeit beherrscht sie jedoch viele Fach- und Millieuprachen, Dialekte und Jargons.

 

Der Umgang mit Komplexem bringt viele Gefahren mit sich. Um ihn allgemein verständlich zu erkären, muss Maria Pruckner einerseits die Sprachgewohnheiten ihrer Gegenüber übernehmen und die schwierige Fachsprache der Kybernetik in die Sprache ihrer Gegenüber übersetzen. Das verschafft ihr zwar den Ruf höchster Klarheit und Verständlichkeit, bringt aber ihr Gehirn an seine natürlichen Grenzen.Das Gehirn ist kein Multitasker, Aus Gründen der sicheren Verständigung und Prävention kritischer Missverständnisse arbeitet sie für internationale Projekte mit professionellen Dolemetschern.

 

Diese Entscheidung mag verschroben erscheinen, wird aber aufgrund negativer Erfahrungen von immer mehr Experten für Sicherheit, Versicherungen (und in der Justiz ohnehin) getroffen.  Denn schon für die Muttersprache gilt eines der ältesten Zitate von Maria Pruckner: Es gibt Menschen, denen erzählt man ein ganzes Buch und sie verstehen kein Wort. Es gibt aber auch Menschen, denen sagt man ein einziges Wort und sie verstehen ein ganzes Buch...